Wie lange Substrat autoklavieren?

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Wurstpelle
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Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von Wurstpelle » Samstag, 19. Mai 2018 02:03

moin moin...

1 bar sind 100 kpa~ 120C ( laut formel aber 119,471....und, und, und so weiter ) sind aber von Bundesland zu Bundesland anders wegen den/ des höhen Luftdruck ( Flensburg - Bodensee ) in den Alpen soll Wasser schon bei 97C kochen

bei ein 2kg Substrat - Sack also 1,5h im DDKT mit auch 1,5l Wasser

das ganze am tag später nochmal 1,5h 1,5l Wasser sicher is sicher

aber bitte nicht mit 2- 3 bar anfangen das ist viel zu hoch
Ständerpilz
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Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von Ständerpilz » Samstag, 19. Mai 2018 08:49

Wurstpelle hat geschrieben:sind aber von Bundesland zu Bundesland anders wegen den/ des höhen Luftdruck ( Flensburg - Bodensee ) in den Alpen soll Wasser schon bei 97C kochen
Das hat in erster Linie mit der Höhe zu tun, aber nicht nur, sondern auch mit der Wetterlage. Praktisch hat das für uns keine besondere Relevanz, sofern man nicht gerade auf den Spuren des Yeti wandert. Die meist standardmäßig angegebenen 1013 mbar sind der Luftdruck auf Höhe des Meeresspiegels.

Hier mal eine Luftdruck-Karte von Deutschland: https://kachelmannwetter.com/de/modellk ... druck.html
AllerAnfang

Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von AllerAnfang » Samstag, 19. Mai 2018 21:15

Wow, so viele tolle Antworten hätte ich mir nicht erhofft, danke an euch :D

Bzgl. Folienschweißgerät, da man sowas im Alltag vielleicht mal öfter gebrauchen kann, kann man aus eurer Sicht grundsätzlich auf ein gutes Gebrauchtgerät vertrauen? Ich vermute mal die halten "ewig", hab aber keine Erfahrung damit. Macht eine Vakuumierfähigkeit bei Substratbeuteln mit Mikrofiltern Sinn?
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Zitronenfalltür
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Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von Zitronenfalltür » Montag, 23. August 2021 14:46

Moin. Ich buddel den Thread mal wieder aus, muss ja kein neuer zum gleichen Thema sein :wink:

Hab immer wieder Probleme mit Schimmel, seltener mit Bakterien.

Bisher mach ich's so:
Gerste 20-28h einweichen
Filterbags bis einige cm unter Filter (etwa 2L, eher weniger) befüllen,
Oberen Rand 2x umschlagen und mit einem kleinem Stück Klebeband fixieren.
3 Beutel in den Schnellkochtopf nebeneinader.
90 min unter Druck kochen.
abschalten, bis zum nächsten Tag abkühlen lassen
Hände desinfizieren, rausnehmen (bisher außerhalb der Flowbox), vorm Hepa öffnen und beimpfen.
oberen Rand 2 - 3 mal umschlagen, mit Gewebeband verkleben
Vorsichtig die durchwachsenen Körner verteilen, ohne den Filter zu berühren.

Ich seh da mehrere mögliche Fehlerquellen:
- Druck und damit Temperatur zu niedrig. Wie messen? Die Töpfe sind schon alt.
- Zu kurze Zeit.
- Kontamination währed der Topf (Luft von außen) abkühlt.
- oder beim herausnehmen?
- Die Filter der billigen Beutel taugen nix, oder werden später von Schimmel durchwachsen.

Maria schreibt, dass sie die Beutel schon vorher verklebt. Mein Gwebeklebeband (Das teure von Tesa...) klebt wie sau durch die Hitze.
Ich müsste das Klebeband dann aber nach dem Beimpfen ersetzen. Ich nehm bisher nur die halbe Rollenbreite. Bin ich zu geizig?
Schreibt mir doch mal eure Erfahrungen, womit hattet ihr Probleme?
Noch Tipps für mich?

Grüße, Markus.
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Mycelio
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Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von Mycelio » Montag, 23. August 2021 18:17

Zitronenfalltür hat geschrieben: Montag, 23. August 2021 14:46 - Druck und damit Temperatur zu niedrig. Wie messen? Die Töpfe sind schon alt.
- Zu kurze Zeit.
Das kannst du ausschließen. Die hohe Temperatur und den Druck brauchen wir nur wegen Bakterien und ganz besonders deren Endosporen. Schimmel und Schimmelsporen sind schon lange davor tot. Schimmelkontis können also nur nach dem Abkühlen des Substrates dazukommen.
Zitronenfalltür hat geschrieben: Montag, 23. August 2021 14:46 Oberen Rand 2x umschlagen und mit einem kleinem Stück Klebeband fixieren.
Damit fällt auch das Abkühlen im Topf weg. Dabei hatte ich sowieso noch nie irgendeine Konti.

Die Ursache sollte nach dem Öffnen des Topfes zu finden sein, am wahrscheinlichsten bei der Beimpfung.
Zumindest meiner Meinung nach.
LG
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malda
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Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von malda » Dienstag, 24. August 2021 21:17

Zitronenfalltür hat geschrieben: Montag, 23. August 2021 14:46 Ich seh da mehrere mögliche Fehlerquellen:
- Druck und damit Temperatur zu niedrig. Wie messen? Die Töpfe sind schon alt.
- Zu kurze Zeit.
- Kontamination währed der Topf (Luft von außen) abkühlt.
- oder beim herausnehmen?
- Die Filter der billigen Beutel taugen nix, oder werden später von Schimmel durchwachsen.
Fehlersuche ist extrem lästig, aber letztendlich unglaublich hilfreich. An deiner Stelle würde ich das ganze einmal grundsätzlich versuchen anzugehen und eine Fehlerquelle nach der anderen versuchen auszuschließen. Das ist echt aufwändig... aber lohnt sich.
D.h. zunächst einmal Substrat hitzebehandeln aber nicht beimpfen und anschließend inkubieren => prüfen ob Deine Vorbehandlung ein Problem hat. Wenn nicht weißt Du, dass Dein Problem später, etwa beim beimpfen, zu suchen ist. Wenn Du hier allerdings schon Kontis hast musst Du weiter die Fehlerquelle in der Vorbehandlung eingrenzen... ist ein langer Weg... :(
VG
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Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von GrafDracula » Mittwoch, 25. August 2021 06:53

Zitronenfalltür hat geschrieben: Montag, 23. August 2021 14:46- Druck und damit Temperatur zu niedrig. Wie messen?
Ich hatte mir mal zu Anfang irgendwo so Autoklavier-Indikatorband bestellt für meinen Schnellkochtopf ... das ist so Klebeband mit nem Farbstreifen drin. Die Farbe des Farbstreifens ändert sich irreversibel, wenn die Temp. eine bestimmte Schwelle überschritten hat. Genutzt hab ich's damals aber nur kurz, weil ich dann nen Bundeswehr-Autoklav gekauft hab ... das Termometer an dem ist zwar defekt, aber Manometer zeigt an und da mach ich Standardmäßig einfach immer 1h lang bei 2bar Überdruck, was etwa 133°C sind ... das erfreut die Bakterien/Vieren/Pilze da drin nicht, aber mich :twisted: :twisted: :twisted:
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Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von Zitronenfalltür » Mittwoch, 25. August 2021 13:10

@Graf:
ch hatte mir mal zu Anfang irgendwo so Autoklavier-Indikatorband bestellt für meinen Schnellkochtopf
Das ist eine Super Idee! Wusste nicht, dass es sowas gibt. Dachte an ein Max. Thermometer, dass die höchste Temperatur anzeigt.

@malda:
Genauso wollte ich es auch machen.

Beim letzten Sterilisieren hat sich bei einem von 3 Säcken das Klebeband gelöst. Hab ich sofort nach Öffnen gut verklebt und in die Wärmestube gestellt. Beim nächsten Durchgang behandele ich einen Beutel wie gehabt, der nächste wird vor der Sterilisation gut verklebt. Ab damit für 3 Wochen in die Wärmestube.
Schwierig und Kontaminationsanfällig ist das Umfüllen der fertigen Brut in einen frischen Beutel mit steriler Gerste. Der Kunststoff ist nach der Wärmebehandlung störrisch. Da lässt es sich kaum vermeiden, dass die Außenseite des durchwachsenen Beutels mit der Innenseite des sterilen Beutels in Kontakt kommt.
Wie macht ihr das?

Grüße, Markus.
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Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von Mycelio » Mittwoch, 25. August 2021 17:43

Leider habe ich zum Beimpfen steriler Beutel keine Erfahrung, allerdings fiel mir noch was ganz anderes ein:
Wenn auf mysteriöse Weise die Anzahl der Schimmelkontis in die Höhe schnellt, obwohl sich eigentlich nichts hätte ändern dürfen, würde ich mich mal mit neu Lupe bewaffnen und bei guter Beleuchtung nachschauen, ob da nicht irgendwo winzig kleine Milben rumkrabbeln. Das klingt jetzt vielleicht weit hergeholt, aber früher oder später erwischen die jeden mal und dann sucht man meistens lange woanders nach der Ursache.
LG
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Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von Zitronenfalltür » Donnerstag, 26. August 2021 14:52

Danke für den Tipp!
Schau ich mir morgen mal an, hab ne ganz brauchbare Lupe für sowas.
Leider habe ich zum Beimpfen steriler Beutel keine Erfahrung
Wie machst du das denn? Vielleicht hab ich mich aber auch missverständlich ausgedrückt :roll:

Grüße, Markus.
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Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von Mycelio » Donnerstag, 26. August 2021 15:49

Hast dich schon klar ausgedrückt. Nach steriler Körnerbrut in Gläsern mache ich lieber unsteril weiter, indem ich in mehreren Schritten 1:1 mit pasteurisiertem Substrat mische. Das macht zwar etwas mehr Arbeit, aber da ich nur wenige Beutel ansetzte, ist mir das egal.
LG
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Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von Mycomane » Donnerstag, 26. August 2021 21:22

Vielleicht könntest du es schaffen die Brutbeutel, bevor du neue Beutel damit beimpfst, von innen nach außen umzukrempeln, wenn du das schaffen könntest, ohne sie innen zu kontaminieren.
Dann wäre es kein Problem, wenn das "neue" Äußere des Brutbeutels teilweise das Innere des Substratbeutels berührt, wenn du verstehst, was ich meine.
Also so zu sagen Brutbeutel --> inside out ...
Ich benutze für Brut immer Gläser. Die sind klein genug, so dass ich das Innere der Beutel damit nicht berühren muss.
Das funktioniert bei mir eigentlich ganz gut. Aber es kann gut sein, dass das Ganze in deiner relativ kleinen HEPA-Box schwieriger ist als bei mir...

LG, Fabian
Fruchtbar ist die Hyphe noch ... aus der da einst die Spore kroch ...
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Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von mariapilz » Freitag, 27. August 2021 08:02

Ich benutze einen selbstgemachten "Trichter", der eigentlich nur dazu da ist die Teilöfnung des sackes offen zu halten. Leicht genug sodass der sack nicht umknickt. Und.. Ja, ich stecke den Trichter in den Sack. Natürlich gut desinfiziert.
Auch mit 5% Brut alles sauber. Schimmel vorkommen: unter 1%. Und. .. Ja, ich habe noch immer keinen hepa.

Den Brutsack natürlich auch desinfizieren und die brut im noch verschlossenen sack gut zerkleinert, damit du über der Substratsacköffnung nicht rumfummeln musst und die körner schön kullern können.

lg
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Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von Zitronenfalltür » Freitag, 27. August 2021 14:48

Vielen Dank für die Tipps!

Umkrempeln wird vermutlich schwierig, da schmal und störrisch. hab ich aber noch nicht probiert.
"Trichter" hört sich gut an. Vielleicht eine dünne PET Einwegflasche irgendwie zurechtschnibbeln.
1% ist beeindruckend. Davon bin ich weit weg.
Grüße, Markus.
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Re: Wie lange Substrat autoklavieren?

Beitrag von Zitronenfalltür » Samstag, 04. September 2021 19:12

Moin.

Bin inzwischen etwas weiter, wenn auch nicht viel.

Musste schon wieder einige Säcke wegschmeißen. Wieder Grünschimmel. Außerdem sind mir einige Gläser mit Gerste erst vergoren, dann verschimmelt. Die Gerste noch im großen Schnellkochtopf mit 90 min.
Die hab ich allerdings mit Handdesinfektion und danach mit H2O2, 3% gespült. Vielleicht auch nicht das wahre. Alle Glasgefäße wandern
in Zukunft durch den Schnellkochtopf, gleich mit Gerste.
Beim letzten mal hab ich die Zeit von 90 auf 100 min. erhöht. 2 Säcke hab ich vor dem Sterilisieren 2 mal umgeschlagen und mit einem kleinem Streifen Klebeband fixiert, einen gründlich verklebt. Bis jetzt nach knapp 2 Wochen(?) sehen die sauber aus.
In der Bucht gibt es so'n Indikatorklebeband:
https://www.ebay.de/itm/313649957288
Wenn das aber erst bei 121Grad die Farbe wechselt, ist das für Schnellkochtopf unbrauchbar.
Gut wäre auch ein Maximumthermometer, das wie bei einem alten Fieberthermometer, die max. Temperatur anzeigt.
Hab aber nix passendes gefunden.
Habt ihr noch Tipps für mich?

Grüße, Markus.
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