Pasteurisierungsgerät

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Leonardo Fiando
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Pasteurisierungsgerät

Beitrag von Leonardo Fiando » Sonntag, 10. Juli 2022 19:00

Liebe community,

Bei mir fallen viele Holzspäne an (vor allem Eichenspäne). Ich will die Späne als Substrat für Austernseitlinge verwenden. Um die Späne zu pasteurisieren will ich mir aus einem 200l Ölfass ein passendes Gerät bauen.
Mehrere mit Spänen befüllte Säcke sollen in dem Gerät pasteurisiert werden.
Marco beschreibt in einem anderen Thread in dem Forum wie er sich aus einem 200l Ölfass ein Pasteurisierungsgerät gebaut hat und darin Stroh pasteurisiert:
viewtopic.php?t=1304&hilit=monsterpaste ... ger%C3%A4t
Seine Anweisungen habe ich in Skizze 1 zusammengefasst.
Skizze 1 ausgebessert und coloriert.jpg
Marco hat 2 Hundefuttersäcke mit zwei Löchern zur Druckregulierung über das Ölfass gestülpt und mit einem Spanngurt befestigt.
Ich habe ein Ölfass mit einem Deckel + Dichtung und einem ringförmigen Verschluss und kann deshalb auf die Lösung mit den Hundefuttersäcken verzichten. (siehe Foto vom Ölfass und Skizze 2).
200l Ölfass.jpg
Skizze 2 ausgebessert und coloriert.jpg
Marco pasteurisiert in diesem Gerät wie erwähnt Stroh mit Hilfe des entstehenden Wasserdampfes. Denkt Ihr das funktioniert mit Holzspänen genauso gut? Oder würdet Ihr die Säcke mit den Eichenspänen lieber schwimmend im Fass pasteurisieren? Was sind die Vorteile des Wasserdampfes gegenüber dem Pasteurisieren direkt im Wasser?

Ich freue mich auf Eure Antworten!
LG Leonardo
Zuletzt geändert von Leonardo Fiando am Freitag, 15. Juli 2022 12:06, insgesamt 2-mal geändert.
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Nesel
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Re: Pasteurisierungsgerät

Beitrag von Nesel » Donnerstag, 14. Juli 2022 23:59

Wenn du deine Hackschnitzel wirklich pasteurisieren willst, kannst dir den Aufwand sparen und unsteril arbeiten. :-P

Dampf hätte den Vorteil, dass er bei höherem Druck Temperaturen über 100°C erreicht. Soweit ich weiß kannst du damit dann schneller und gründlicher sterilisieren.

Du arbeitest bei Normaldruck, also hat dein Wasserdampf nicht mehr als 100°C. Mein Versuchsaufbau mit Wasserkocher und Messfühler sagt der Dampf wird nur 95°C warm. Ob es dann viel Unterschied macht mit Dampf oder mit Wasserbad zu arbeiten weiß ich nicht.

Wenn du Metalldeckel mit Dichtung und Verschlussbügel verwendest kannst auch auf höhere Drücke und Dampftemperaturen kommen. Selbst wenn du ein Loch zum Druckausgleich rein bohrst. Es hängt von der Loch-Größe ab wie stark der Druckunterschied werden kann.
Der Nachteil dabei ist, dass dir das Fass um die Ohren fliegen kann, wenn der Druck zu groß wird. Also ich tippe darauf, dass im Worst-Case der Deckel abgesprengt wird und sehr heißer Dampf und siedendes Wasser austreten. Das kann die Bastelbude schon mittelmäßig verwüsten und eine kleine Sauerei auf den Boden zaubern. Da möchte ich nicht daneben stehen, Dampf-Verbrennungen sind richtig uncool und so einen heißen Metalldeckel der von der Decke fällt tut bestimmt auch doppelt weh.

Bis jetzt noch nichts was man mit den richtigen Sicherheitsvorkehrungen vom Experimentieren abhalten muss.

Aaaaaber in deiner Skizze steht beim "Tauchsieder für Waschmaschine" an den Anschlüssen Plus und Minus. Die Heizelemente für Waschmaschinen werden mit 230V Wechselspannung betrieben. Bei der Bastelei ist auch noch Wasser im spiel. Mit Netzspannung kann man sich ziemlich tödlich umbringen.

Wie gut kennst du dich mit Elektrik aus?
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Re: Pasteurisierungsgerät

Beitrag von Leonardo Fiando » Freitag, 15. Juli 2022 11:56

Wenn du deine Hackschnitzel wirklich pasteurisieren willst, kannst dir den Aufwand sparen und unsteril arbeiten. :-P
Das sind die Holspäne mit denen ich arbeiten will. Sie sind beim Kettensägen entstanden. Ich habe Bio- Sägekettenöl verwendet.
Holzspäne verkleinert.jpg
Ich habe neulich an einem Pilzworkshop teilgenommen. Wir haben dort Austernseitling- Myzell auf aufgequollenen Strohpellets mitbekommen. Als ich die Folie nach 2 Wochen aufschneiden wollte um Fruchtkörper wachsen zu lassen, war der Inhalt des Plastikbeutels verschimmelt. Das würde ich gerne in Zukunft vermeiden und die Holzspäne deshalb vorher pasteurisieren.
Schimmel 1.jpg
Wenn du Metalldeckel mit Dichtung und Verschlussbügel verwendest kannst auch auf höhere Drücke und Dampftemperaturen kommen. Selbst wenn du ein Loch zum Druckausgleich rein bohrst. Es hängt von der Loch-Größe ab wie stark der Druckunterschied werden kann.
Danke für Deine Einschätzung! Ich probiere es mal aus mit dem einen Loch, wenn mir der Aufbau um die Ohren fliegt, mache ich das nächste Mal ein zweites Loch rein, oder doch lieber gleich zwei?, ich überlege es mir nochmal!:D.
Generell habe ich eine große Werkstatt mit Estrich Boden und auch die nötige Sicherheitsbekleidung und werde vorsichtig handeln!

Ich werde ein Ofenthermometer am Fass anbringen um die Temperatur, die entsteht zu messen.
Ofenthermometer.png
Außerdem werde ich noch ein Potentiometer zwischen Heizstab und 230 Volt- Spannungsquelle anbringen um die Leistung drosseln zu können.
Potentiometer.jpg
Marco hat einen 1000 Watt Heizstab benutzt, ich werde auch erstmal mit dieser Leistung anfangen.
Wie gut kennst du dich mit Elektrik aus?
Ich kenne mich gut mit Elektrik aus, ich habe auch schon elektronische Schaltungen mit über 230 Volt gebaut.
Umso peinlicher, dass ich mir 230 Volt Gleichstrom ausgedacht habe:D.
Generell habe ich sehr Respekt vor Strom und werde sehr vorsichtig sein!

Ich habe die Skizzen in meinem ersten Post aktualisiert und die Änderungen, die sich ergeben haben eingezeichnet!

LG Leonardo
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Re: Pasteurisierungsgerät

Beitrag von Leonardo Fiando » Freitag, 15. Juli 2022 15:03

Heute ist der Heizstab für die Waschmaschine angekommen.
Leider habe ich mir das Anbringen des Heizstabes an das Fass ein bisschen einfacher vorgestellt.
Der Heizstab wird normalerweise an der Waschmaschine an einem Flansch/ Verbindungsstück aus Plastik mit einem ovalen Durchgang angebracht.
Er wird dort reingesteckt( passt sehr genau, daher sollte man ein wenig Gleitmittel auftragen) und anschließend mit ein paar Umdrehungen an der Mutter "befestigt". Die "Befestigung" erfolgt indem das Dichtungsgummi zusammengedrückt wird und sich ausdehnt (siehe Skizze).
So ähnlich muss ich den Heizstab also auch an meinem Fass anbringen.

Hierfür sehe ich zwei mögliche Vorgehensweisen/ Versionen:

Version 1: Ich baue mir einen Flansch/ Verbindungsstück indem ich ein Blechstück mit einer ovalen Öffnung (ausgelasert) an einen passenden Vierkant- Rohrabschnitt schweiße und den schließlich an das Fass schweiße.
Heizstab Skizze und Version 1.jpg
- Vorteil: Die Heizstabdichtung wird in eine plane Fläche gesteckt, wie bei der Waschmaschine. Außerdem wird das Loch sehr genau ausgelasert.

Version 2: Ich bohre und schneide die ovale Öffnung direkt aus dem Fass heraus und befestige den Heizstab darin.
Heizstab Version 2 direkt.jpg
Hat irgendjemand von Euch schonmal ein ähnliches Pasteurisierungsgerät gebaut? Wie habt Ihr den Heizstab an dem Fass angebracht? Oder hattet Ihr ein Bauelement mit einer anderen Form? Falls Ihr so ein Gerät noch nicht gebaut habt, aber eine gute Idee dazu habt, seid Ihr auch herzlich eingeladen das hier zu posten!:)

Über Tipps wäre ich außerordentlich dankbar!

LG Leonardo
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Re: Pasteurisierungsgerät

Beitrag von ohkw » Freitag, 15. Juli 2022 15:47

Hab irgendwie das Gefühl dass das viel verheizter Strom für wenig geerntete Austernpilze sein wird, zumal Eiche jetzt auch nicht unbedingt das beste Substrat dafür ist.

Mein Rat wäre es das Ganze überhaupt erstmal im kleinen Maßstab durchzutesten bevor du einen 200L Waschkocher baust. Dafür brauchst du nur einen handelsüblichen Druckkochtopf. Aber so wie ich das Einschätze gibt es bei dir da im Moment eh kein Halten. :mrgreen:
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Re: Pasteurisierungsgerät

Beitrag von Leonardo Fiando » Freitag, 15. Juli 2022 16:51

Mein Rat wäre es das Ganze überhaupt erstmal im kleinen Maßstab durchzutesten bevor du einen 200L Waschkocher baust. Dafür brauchst du nur einen handelsüblichen Druckkochtopf. Aber so wie ich das Einschätze gibt es bei dir da im Moment eh kein Halten. :mrgreen:
Das ganze kam folgendermaßen zu Stande:
Ich habe bei ebaykleinanzeigen regional nach einem großen Topf gesucht- nichts gefunden.
Ich war auf dem Schrottplatz, habe nach einem großen Topf, Kessel, o.ä. Ausschau gehalten- nichts gefunden.
Auf dem Rückweg habe ich das Fass auf der Straße gefunden und kurz darauf die "Bauanleitung" von Marco hier im Forum.
Das hat sich also plötzlich so ergeben:D.
Hab irgendwie das Gefühl dass das viel verheizter Strom für wenig geerntete Austernpilze
Hoffentlich nicht!:/
Mir jetzt noch einen neuen großen Topf zu kaufen und von meinem Vorhaben abzuweichen, wäre jetzt auch unwirtschaftlich:D
Aber wenn mir einer über den Weg läuft, nehme ich den vielleicht doch vorerst:P
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Nesel
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Re: Pasteurisierungsgerät

Beitrag von Nesel » Freitag, 15. Juli 2022 23:33

Leonardo Fiando hat geschrieben: Freitag, 15. Juli 2022 11:56 Das würde ich gerne in Zukunft vermeiden und die Holzspäne deshalb vorher pasteurisieren.
Du willst die nicht pasteurisieren, das wäre nur kurz (15 Sekunden bis ein paar Minuten) auf mindestens 72°C bis maximal 100°C zu erhitzen und das geht eigentlich auch nur mit Flüssigkeiten oder pastösen Massen. Was du willst ist deine Holzspäne sterilisieren. Also möglichst alle Mikroorganismen und Sporen abtöten damit dein Myzel keine Konkurrenz beim durchwachsen hat.

(Darum habe ich übrigens auf den Wikipedia-Artikel verlinkt. Ich denke mir da schon was dabei, wenn ich mir die Mühe mach in BB-Code einen Link zu setzten :P)
Leonardo Fiando hat geschrieben: Freitag, 15. Juli 2022 11:56 Danke für Deine Einschätzung! Ich probiere es mal aus mit dem einen Loch, wenn mir der Aufbau um die Ohren fliegt, mache ich das nächste Mal ein zweites Loch rein, oder doch lieber gleich zwei?, ich überlege es mir nochmal!:D.

Generell habe ich eine große Werkstatt mit Estrich Boden und auch die nötige Sicherheitsbekleidung und werde vorsichtig handeln!
Bei deinen Voraussetzungen könnte man auch in eine andere Richtung denken.

Wenn der Dampf 120°C haben soll brauchst du 0,2 Bar Überdruck, das sollte das Fass aushalten. Ich würde mal schauen ob ich irgendwo ein 0,3Bar oder 0,4Bar Überdruckventil für Dampf auftreiben könnte. Aber denk dran, wenn der Verschluss hoch geht willst du nicht daneben stehen.
Leonardo Fiando hat geschrieben: Freitag, 15. Juli 2022 11:56 Ich werde ein Ofenthermometer am Fass anbringen um die Temperatur, die entsteht zu messen.
Das ist nicht thermisch gegen das Blech vom Fass isoliert, das wir dein Messergebnis verfälschen. Kenne das von Deckel-Thermometern im Grill. Als Schätzeisen tut das schon aber genau messen ist was anderes.
Leonardo Fiando hat geschrieben: Freitag, 15. Juli 2022 11:56 Außerdem werde ich noch ein Potentiometer zwischen Heizstab und 230 Volt- Spannungsquelle anbringen um die Leistung drosseln zu können.
Ich würde den Dimmer weg lassen und die Temperatur durch simples ein- und ausschalten des Heizelements regeln. So macht das auch deine Waschmaschine und dein E-Herd. Du heizt ja das Wasser auf, da bringt es dir nichts nur mit 50% Leistung zu heizen. Du willst möglichst schnell kochendes Wasser, also 100% bis es Kocht und wenn der Dampf dann da ist kannst du abschalten. Wenn dann das Wasser oder der Dampf (oder der Druck) abfällt heizt du wieder mit 100% bis die Solltemperatur (bzw. Druck) erreicht ist. Da halt eine kleine Hysterese einbauen. Das Wasser kann Temperatur recht gut puffern, da musst du nicht ständig heizen.
Leonardo Fiando hat geschrieben: Freitag, 15. Juli 2022 15:03 Leider habe ich mir das Anbringen des Heizstabes an das Fass ein bisschen einfacher vorgestellt.
Leonardo Fiando hat geschrieben: Freitag, 15. Juli 2022 15:03 Version 1: Ich baue mir einen Flansch/ Verbindungsstück indem ich ein Blechstück mit einer ovalen Öffnung (ausgelasert) an einen passenden Vierkant- Rohrabschnitt schweiße und den schließlich an das Fass schweiße.
Ich bin für Version eins. Der Heizstab muss absolut fest und dicht sitzen. Wegen der Rundung vom Fass kann ich mir nicht vorstellen, dass du das mit Version 2 hin bekommst.

Dass man ein Heizelement für Waschmaschinen nicht so einfach in das Fass bekommt hab ich mir schon gedacht als ich deine Skizzen gesehen habe. Aber hey, du kannst schweißen, du kannst machen dass das passt :)
Leonardo Fiando hat geschrieben: Freitag, 15. Juli 2022 15:03 Hat irgendjemand von Euch schonmal ein ähnliches Pasteurisierungsgerät gebaut?
Ich war mal am Bau eines Trockenautomaten, in erster Linie zum möglichst schonendem Trocknen von Kräutern, beteiligt. Allerdings wurde das Heizelement da mit Hochleistungstransistoren realisiert und das hat jemand anders gebaut. Ich war nur für die Regelung und Steuerung via Mikrocontroller zuständig.
ohkw hat geschrieben: Freitag, 15. Juli 2022 15:47 Hab irgendwie das Gefühl dass das viel verheizter Strom für wenig geerntete Austernpilze sein wird, zumal Eiche jetzt auch nicht unbedingt das beste Substrat dafür ist.
Der Gerät ist es egal welches Substart der Gerät sterilisiert.;) Und wenn dann der Gerät schon da ist hat man keinen Grund auch anderes Substrat zu beschaffen und von der Gerät sterilisieren zu lassen. :D
ohkw hat geschrieben: Freitag, 15. Juli 2022 15:47 Aber so wie ich das Einschätze gibt es bei dir da im Moment eh kein Halten. :mrgreen:
Das Heizelement wurde schon geliefert! :lol: :wink:
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Re: Pasteurisierungsgerät

Beitrag von Leonardo Fiando » Sonntag, 17. Juli 2022 17:01

Was du willst ist deine Holzspäne sterilisieren
Okay stimmt, das habe ich inzwischen eher vor.

Pasteurisieren...
geht eigentlich auch nur mit Flüssigkeiten oder pastösen Massen
Danke für die Info, das wusste ich nicht. Sterilisieren geht aber dennoch mit Holzspänen, weil die Temperatur, da so hoch ist, dass diese auch in das Innere von den Spänen eindringt? Deshalb empfiehlt Marco bei seiner "Bauanleitung" vermutlich auch das Stroh 6 Stunden lang in dem seiner "Pasteruisierungsanlage" zu lassen.
Wenn der Dampf 120°C haben soll brauchst du 0,2 Bar Überdruck, das sollte das Fass aushalten. Ich würde mal schauen ob ich irgendwo ein 0,3Bar oder 0,4Bar Überdruckventil für Dampf auftreiben könnte.
Großartige Idee, das ist wesentlich zielgerichteter (Ziel >= 120 C°) als das Bohren von 1-2 Löchern in den Deckel!
Kannst Du mir verraten wie Du auf ein Überdruckventil von 0,3 oder 0,4 Bar höher kommst?

Ich habe diesen Thread hier gefunden:
https://www.chefkoch.de/forum/2,8,60378 ... Druck.html
Tatsächlich ist es so, dass in den USA 15 psi üblich sind (entspricht ca. 1,03 bar und einer Temperatur von 122°C)
Nach dieser Formel bräuchte ich also so ein Überdruckventil von 1,03 bar.

Meinst Du das Fass würde diesen Druck auch aushalten? Der größte Schwachpunkt ist der Deckel. Theoretisch könnte man diesen mit einem Kreuz stabilisieren, damit er sich nicht ausbeult (siehe Skizze).
Am liebsten würde ich mir die Bastelei aber natürlich ersparen:D.
Verstärkung des Deckels.jpg
Als Schätzeisen tut das schon aber genau messen ist was anderes.
Ich werde mich wohl damit zufrieden geben müssen, wenn nicht jemandem was Besseres einfällt:). Wenn ich das richtig sehe sollte es also weniger Temperatur anzeigen als im Inneren des Fasses, weil es Kontakt zum Blech hat, das Wärme an die Umgebung abgibt.
Ich würde den Dimmer weg lassen und die Temperatur durch simples ein- und ausschalten des Heizelements regeln. So macht das auch deine Waschmaschine und dein E-Herd. Du heizt ja das Wasser auf, da bringt es dir nichts nur mit 50% Leistung zu heizen. Du willst möglichst schnell kochendes Wasser, also 100% bis es Kocht und wenn der Dampf dann da ist kannst du abschalten. Wenn dann das Wasser oder der Dampf (oder der Druck) abfällt heizt du wieder mit 100% bis die Solltemperatur (bzw. Druck) erreicht ist. Da halt eine kleine Hysterese einbauen. Das Wasser kann Temperatur recht gut puffern, da musst du nicht ständig heizen.
Ich habe gerade mal nach einer Hysterese gesucht, das erscheint mir sehr kompliziert! Dafür bräuchte ich einen hitzebeständigen Temperatursensor, der die Temperatur des Wassers misst. Bei 100°C muss der Heizstab abgeschaltet werden und dann z.B. bei 99°C wieder angeschaltet werden. Mein Heizstab hat ein Thermostat verbaut. Dessen Messergebnisse lassen sich bestimmt irgendwie von einem Mikrocontroller lesen und dieser könnte dann durch ein Relais den Heizstab an- und ausschalten. Ich könnte zwar sowas bauen, ich habe Erfahrung mit elektronischen Schaltungen und Mikrocontrollern, aber würde mir das gerne sparen wollen! Bei Marco hat es ja auch einfacher funktioniert, der hat seinen 1000 Watt Heizstab einfach permanent durchlaufen lassen (das entnehme ich zumindest der "Bauanleitung"). Mehr als viel Dampf kann ja eigentlich auch nicht entstehen und dieser Dampf zischt dann durch das Überdruckventil raus.
Man könnte mit dem Potentiometer auch erst Vollgas geben (2050 Watt) und dann die Leistung drosseln um das Wasser köcheln zu lassen bei z.B.1000 Watt, wie man das eben auch bei einer alten Elektro- Herdplatte macht.
Ich bin für Version eins. Der Heizstab muss absolut fest und dicht sitzen. Wegen der Rundung vom Fass kann ich mir nicht vorstellen, dass du das mit Version 2 hin bekommst.
Danke, ich halte das auch für die bessere Option!

Als ich nach der Hystere gesucht habe, bin ich auf zufälligerweise auf Folgendes gestoßen:
Sauna Heizstab.jpg
https://www.sauna-oefen.com/saunazubeho ... -watt.html
Bei diesem Heizstab könnte man tatsächlich 2 saubere Löcher von unten durch das Fass bohren (an einer ebenen Stelle) und den Heizstab von unten anbringen. Dichtungen und Muttern sind auch schon dabei. Dann müsste man das Fass eben noch unterbauen (Steine oder kleines Gestell) damit es nicht auf den Polen des Heizstabes steht (siehe Skizze).
neuer Heizstab.jpg
Ich habe meinen jetzigen Heizstab für 8 Euro bei ebaykleinanzeigen gekauft und habe kein Problem einen anderen zu kaufen wenn mir das Tüftelei erspart;).
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Re: Pasteurisierungsgerät

Beitrag von Nesel » Sonntag, 17. Juli 2022 23:54

Leonardo Fiando hat geschrieben: Sonntag, 17. Juli 2022 17:01 Danke für die Info, das wusste ich nicht. Sterilisieren geht aber dennoch mit Holzspänen, weil die Temperatur, da so hoch ist, dass diese auch in das Innere von den Spänen eindringt? Deshalb empfiehlt Marco bei seiner "Bauanleitung" vermutlich auch das Stroh 6 Stunden lang in dem seiner "Pasteruisierungsanlage" zu lassen.
Sterilisieren geht über Temperatur und Zeit. um so länger heiß um so mehr Mikroorganismen gehen kaputt. Ich hab mich mit dem Thema bis jetzt eher zum konservieren von Lebensmitteln befasst. Für Substrat-Sterilisation gibt es hier im Forum aber schon einiges zum nachlesen und ein paar Leute die sich damit viel besser auskennen als ich.
Beim Pilze züchten bin ich immer noch auf dem Level: Fertige Tüte kaufen und ab gehts ;-)
Leonardo Fiando hat geschrieben: Sonntag, 17. Juli 2022 17:01
Wenn der Dampf 120°C haben soll brauchst du 0,2 Bar Überdruck, das sollte das Fass aushalten. Ich würde mal schauen ob ich irgendwo ein 0,3Bar oder 0,4Bar Überdruckventil für Dampf auftreiben könnte.
Großartige Idee, das ist wesentlich zielgerichteter (Ziel >= 120 C°) als das Bohren von 1-2 Löchern in den Deckel!
Da habe ich in der falschen Spalte der Tabelle nachgeschaut und dann an Schmarrn erzählt. Bei 0,2Bar Überdruck (also 1,2Bar Absolutdruck) siedet das Wasser bei ca. 105°C. 1,2Bar sind 120kPa da liegt mein Fehler.
Laut der Tabelle brauchen wir 1Bar Überdruck, also 2Bar absolut, um auf die 120°C zu kommen. Das ist schon eine andre Hausnummer.
Leonardo Fiando hat geschrieben: Sonntag, 17. Juli 2022 17:01 Kannst Du mir verraten wie Du auf ein Überdruckventil von 0,3 oder 0,4 Bar höher kommst?
Aus dem Bauch raus Zieldruck plus 0,1 - 0,2 und kurze Google-Suche ob man sowas kaufen kann. Aber jetzt sind wir bei 1,1Bar bis 1,2Bar, das ist eine andere Hausnummer.
Leonardo Fiando hat geschrieben: Sonntag, 17. Juli 2022 17:01 Ich habe diesen Thread hier gefunden:
https://www.chefkoch.de/forum/2,8,60378 ... Druck.html
Tatsächlich ist es so, dass in den USA 15 psi üblich sind (entspricht ca. 1,03 bar und einer Temperatur von 122°C)
Nach dieser Formel bräuchte ich also so ein Überdruckventil von 1,03 bar.
Ja, bzw. so rund 1Bar damit die Temperatur auf rund 120°C kommt sollte passen. Das mit den Pressure Canner und dem Botulismus ist eine ganz eigene Welt, das Fass machen wir jetzt nicht auf ;-)
Leonardo Fiando hat geschrieben: Sonntag, 17. Juli 2022 17:01 Meinst Du das Fass würde diesen Druck auch aushalten? Der größte Schwachpunkt ist der Deckel. Theoretisch könnte man diesen mit einem Kreuz stabilisieren, damit er sich nicht ausbeult (siehe Skizze).
Am liebsten würde ich mir die Bastelei aber natürlich ersparen:D.
Das Fass hält den Druck ziemlich sicher aus. Deckel und Boden vermutlich auch, glaub nicht mal, das sich das großartig ausbeult, aber sicher bin ich mir nicht. Ich denke der Schwachpunkt ist der Verschluss, der wir vermutlich den Druck nicht aushalten.

Aber jetzt nochmal kurz zurück zum Anfang: Ich bin fälschlicherweise von 0,2Bar Überdruck ausgegangen, das ist eine andere Hausnummer als 1,0Bar Überdruck. Das macht einen Unterschied von *Plopp* zu *Rumps* und die Sauerei wird ungleich größer. Das könnte schon ein richtig cooles Bastel-Projekt werden aber da musst du viel Ausprobieren und ggf. nochmal überarbeiten. Hast du da im Moment drauf Bock oder tut es für den Anfang auch einfach ein Kessel bei dem das Substrat halt bei 100°C und locker aufgelegtem Deckel vor sich hin sterilisiert?

Später kann man immer noch mehr dazu Basteln (z.B. Temperatur-Regelung) und mit Überdruck experimentieren.
Aber wenn sich der Aufwand erstmal in Grenzen halten soll würde ich jetzt fast dazu tendieren nur ein Heizelement einzubauen und dann halt entsprechend länger oder zwei mal bei Normaldruck zu sterilisieren.
Leonardo Fiando hat geschrieben: Sonntag, 17. Juli 2022 17:01 Man könnte mit dem Potentiometer auch erst Vollgas geben (2050 Watt) und dann die Leistung drosseln um das Wasser köcheln zu lassen bei z.B.1000 Watt, wie man das eben auch bei einer alten Elektro- Herdplatte macht.
Das ist kein Potentiometer, das ist ein Dimmer (zum Glück 8) ). Das einfachste ist, das Heizelement durchlaufen zu lassen. Braucht dann halt unnötig viel Strom aber so lange es unter Wasser ist sollte da nichts passieren. So oder so musst du sicher stellen, dass dein Heizelement nicht trocken läuft oder sich in dem Fall selber abschaltet.

So eine µC-Lösung wäre schon charmant, aber das ist auch eher was für später.

Wenn du den Dimmer verwenden willst, dann mach das. Nach dem was ich da gesehen habe sollte der die nicht gewollte Leitung, mit minimalem Verlust, einfach abschneiden statt zu verheizen (wie es ein Poti tun würde).
Leonardo Fiando hat geschrieben: Sonntag, 17. Juli 2022 17:01 Bei diesem Heizstab könnte man tatsächlich 2 saubere Löcher von unten durch das Fass bohren (an einer ebenen Stelle) und den Heizstab von unten anbringen. Dichtungen und Muttern sind auch schon dabei. Dann müsste man das Fass eben noch unterbauen (Steine oder kleines Gestell) damit es nicht auf den Polen des Heizstabes steht
Wenn das Heizelement auch unter Wasser betrieben werden darf wäre das auch eine Option. Der Unterbau sollte aber auf jeden Fall kippsicher ausgeführt werden, aber das weißt ja eh.
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Re: Pasteurisierungsgerät

Beitrag von Leonardo Fiando » Montag, 18. Juli 2022 14:37

Wenn das Heizelement auch unter Wasser betrieben werden darf wäre das auch eine Option
Das werde ich mal beim Hersteller nachfragen!
Danke schonmal für die Diskussion!
Ich melde mich wenn die ersten Ergebnisse vorliegen! :)
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Re: Pasteurisierungsgerät

Beitrag von Leonardo Fiando » Samstag, 03. September 2022 11:19

Hallo,

Ich habe inzwischen doch diesen 22- Liter Schnellkochtopf hier gebraucht gefunden und gekauft.
IMG_20220903_103302.jpg
IMG_20220903_103346.jpg
IMG_20220903_103419.jpg
https://www.amazon.de/Lacor-20522-Schne ... 479&sr=1-4
Mit dem Topf soll eine Temperatur von 110 Grad erreicht werden können, sagt der Hersteller.
P.S.: Bei einem ähnlichen Topf habe ich gelesen, dass durch Beschweren des Überdruckventils sogar ein höherer Arbeitsdruck und damit höhere Temperaturen erreicht werden können (siehe Kundenfragen und -antworten).
https://www.amazon.de/Schnellkochtopf-d ... NGPN?th=1
Ich werde mich aber vorerst mit den 110 °C zufrieden geben.
Das ist zum anfänglichen Ausprobieren eine angemessene Größe zum Erhitzen meines Substrats.
Ich werde das Substrat anschließend in 10l Plastikeimern beimpfen, die Größe reicht also mindestens für einen Eimer.

LG Leonardo
Zuletzt geändert von Leonardo Fiando am Samstag, 03. September 2022 16:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Pasteurisierungsgerät

Beitrag von Leonardo Fiando » Samstag, 03. September 2022 11:23

Leonardo Fiando hat geschrieben: Montag, 18. Juli 2022 14:37
Wenn das Heizelement auch unter Wasser betrieben werden darf wäre das auch eine Option
Das werde ich mal beim Hersteller nachfragen!
Ich hatte diesbezüglich mit dem Hersteller telefoniert, das Heizelement darf unter Wasser betrieben werden, es ist dafür sogar vorgesehen.

Falls irgendjemand so ein Pasteurisierungsgerät wie hier beschrieben baut, schickt bitte mal Fotos:), falls mir mein Kessel zu klein wird, melde ich mich.
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