Dies wird eine Linksammlung mit kurzen Beschreibungen, die Anfängern helfen sollen, einen Überblick über die Pilzzucht zu bekommen.
Das Ganze ist noch im Anfangsstadium und wird sich in den kommenden Wochen mit Inhalt füllen.
Ergänzungen, Kritik, Korrekturen und Kommentare bitte am Ende dieses Threads posten. Ich werde Änderungen dann möglichst schnell einarbeiten.
Carsten
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Pilzzucht allgemein
Der Anfang: Bestellung, Klonen oder Sporenkeimung
Wer ausprobieren möchte, ob Pilzzucht Spaß macht oder einen möglichst einfachen Einstieg bekommen möchte, sollte sich erstmal einen fertig durchwachsenen Substratblock im Internet bestellen. Der bringt schon wenige Tage nach Lieferung die ersten Pilze hervor und nach einer Woche kann man das erstemal ernten. Für Anfänger sind Austernseitlinge gut geeignet. Herzustellung des Ausgangsmycels
Wer richtig einsteigen will, benötigt Pilzmycel der gewünschten Sorte und geeignetes Substrat. Pilzmycel kann man entweder bestellen oder selbst herstellen. Eine Bestellung bietet den Vorteil, daß man meist steriles kräftig durchwachsenes Substrat bekommt. Getreidebrut ist da eine gute Wahl.
Klonen oder Sporen
Um alles selbst zu machen benötigt man einen frischen Pilz oder dessen Sporen.
Vom Pilz kann man ein kleines Stück inneres Gewebe zum Klonen entnehmen. Pilzstücke und Sporen bringen auf geeignetem Substrat nach einigen Tagen Pilzmycel hervor. Ist das Substrat bewachsen, kann Getreide oder endgültiges Substrat beimpft werden.
- Prints anlegen... nur wie?!
Bilder als Anregung
Impfkiste
Der Bau einer Reinbank
anleitung zum pilze klonen im Thread winterausternklon schnelles wachstum
Agar & Zusätze
Agar-Agar ist ein Verdickungsmittel, das aus Algen gewonnen wird. Es wird mit Wasser aufgekocht, je nach Pilzsorte mit verschiedenen Nährstoffen versetzt und in Petrischalen gegossen. Flüssigsubstrate
Sporen und Pilzgewebe wachsen auch in wäßrigen Lösungen von Honig, Malzextrakt oder verschiedenen anderen Zuckersorten. Alternativsubstrate
Zumindest für den Austernseitling kann man sogar gewöhnliche Wellpappe als Klonsubstrat verwenden. Getreidebrut
Getreide ist ein nährstoff- und energiereiches Substrat, auf dem sich Mycel sehr schnell vermehrt. Hiermit kann man aus kleinen Mengen Agar, Flüssigsubstrat oder Pilzstücken große Mengen kräftiges Impfsubstrat herstellen, was das Beimpfen des späteren Endsubstrats vereinfacht und die erste Erntewelle beschleunigt. Da Getreide sehr leicht verdirbt, muß steril gearbeitet werden!
Zur Herstellung weicht man irgendein Getreide in Wasser ein, befüllt Gläser und sterilisiert sie im Dampfdruckkochtopf.
Getreidebrut kann auch übersprungen werden, indem man das Endsubstrat mit Flüssigmycel oder bewachsenen Agarstücken direkt beimpft. Allerdings dauert es dann meist länger, bis das Substrat durchwachsen ist. Substrat
Um Pilze züchten und wachsen lassen zu können, benötigt man eine Nährgrundlage, die von uns

Nährböden / Holzarten:
Holzstämme:
Holzstämme sind eine beliebte Nährgrundlage/Substrat für viele Pilzzuchtanfänger. Sie sind einfach zu bekommen und auch einfach zu beimpfen. Es reicht, sich Pilzbrut aus dem Internet zu bestellen und diese zur Beimpfung der Stämme zu verwenden.
Auf Holzstämmen wachsen allerdings nur Pilze die Holz (Lignin und Cellulose) abbauen können. Zu den verschiedenen Hozarten sei gesagt, dass auch hier jeder Pilz seine Vorlieben hat. Generell werden Laubhölzer leicht vom Pilz besiedelt, Nadelhölzer sid da etwas problematischer. Nur wenige Pilzarten "stehen" auf Nadelholz, manche Pilzarten wachsen darauf, jedoch langsamer.
Wichtig ist auch das Alter des geschlagenen Holzes: Dieses sollte im allgemeinen bis zur Beimpfung länger als 1 Monat nach dem Schlägern liegen, da die baumeigenen Fungizide innerhalb dieses Zeitraumes abgebaut werden. Bei manchen Baumarten dauerts noch länger. Weiden und Linden haben soviel Lebensenergie, dass geschnittene Stämme während feuchter Lagerung sogar wieder Äste austreiben.
Länger als 6 Monate sollte man mit der Beimpfung allerdings auch nicht warten, da sich sonst unter Umständen schon Konkurrenzpilze eingenistet haben und der Kulturpilz kaum noch Chancen hat sich erfolgreich durchzusetzten! Der Kulturpilz braucht einen entscheidenden Startvorteil!
Schüttsubstrat/Späne:
________Stroh, Dung, Kompost
________Sägespäne
________Alternativsubstrate
__________Pappe/Papier
________Substratzusätze
__________Gips
__________Kleie
__________Kaffeesatz
__________...
____Beimpfen
______Steril
________Glovebox
________HEPA
______Unsteril
________Substrat
Durchwachsen
Hierunter versteht man die Besiedelung des gesamten Substrats. Die Dauer ist je nach Pilzart verschieden und wird durch Temperatur, Substratzusammenstzung und -menge beeinflußt.
Vorbereitung zum Fruchten bzw. Primordienbildung
Wenn alles durchwachsen ist, legen Pilze eine mehr oder weniger lange Pause ein, um sich auf die Fruchtung vorzubereiten. Je nach Art dauert das wenige Tage bis zu einigen Monaten. In dieser Zeit verdichtet sich das Mycel und zieht gleichzeitig das Substrat zusammen. Parallel dazu wird Substrat verdaut, um Nährstoffe und Energie zu sammeln. Einige Arten, wie z.B. der Shiitake bilden an der Oberfläche eine Schutzschicht und ändern ihre Farbe.
Fruchtbildung / Ernte
Dann ist es endlich soweit, das Pilzmycel bring auf oder nahe der Oberfläche Primordien hervor, kleine schnellwachsende zuerst unförmige klumpen, die sich innerhalb weniger Tage zu Pilzkörpern ausdifferenzieren, welche meist in wenigen Tagen zu voller Größe heranwachsen.
Ruhepause / Vorbereitung ...
Jetzt folgt wieder eine Ruhepause und die nächste Fruchtung, solange bis entweder die Nährstoffe verbraucht sind, oder sich zuviel Stoffwechselprodukte im Substrat angereichert haben.
Substratvorbereitung
Pasteurisieren nennt man einfaches Erhitzen. Hierbei werden mesophile Mikroben abgetötet, thermophile jedoch nicht. Ca. 60 - 65°C reichen aus, um Schimmel und dessen Sporen abzutöten.
Sterilisieren ist das Erhitzen unter Druck. Dabei siedet Wasser erst bei höheren Temperaturen und man kann sogar besonders resistente Sporen von Bakterien abtöten. Hierfür braucht man einen Dampfdruckkochtopf oder einen Autoklaven. Mit Gärung bezeichnen wir die semianaerobe Fermentierung von Stroh, d.h. das Stroh wird in Wasser untergetaucht und eine Weile (1 - 2 Wochen bei 20°C) sich selbst überlassen, wobei eine schwache Milchsäuregärung stattfindet. Die vergärenden Mikroben sind verschiedene Arten von Milchsäurebakterien und Hefen. Sie bauen einfache Kohlenhydrate ab und schützen das Substrat vor Schimmel.
Die Kompostierung wird gern als Substratvorbereitung für Kompostzersetzer eingesetzt. Sie ist eine aerobe Fermentierung, weswegen der Kompost ab und zu gewendet werden muß, damit alle Bereiche genügend belüftet werden. Ist der Haufen groß genug, wird er sich schnell und stark erhitzen. Dabei sind dann wärmeliebende Mikroben aktiv, die das Substrat für die Pilze aufschließen und später ebenfalls als Nahrung dienen.
Schädlinge Einige bodenbewohnende Arten ernähren sich von Pilzmycel. Weiterhin verbreiten sie Schimmel und andere Kontaminationen überall, wo sie herumkrabbeln. In der freien Natur wird ihre Anzahl von diversen anderen Kleintieren reduziert, bei sterilen Kulturen in geschlossenen Räumen können sie sich aber ungebremst und unter besten Bedingungen vermehren. Durch ihren guten Geruchssinn finden sie früher oder später einen Weg zu unseren Pilzkulturen und legen dutzende von Eiern. Ist ein Befall erkannt, sollte man die betroffenen Pilzkulturen isolieren, bevor alle anderen ebenfalls befallen werden. Stark befallene Kulturen können in den Garten oder auf den Balkon gestellt werden. Dort finden sich nach kurzer Zeit Nützlinge ein (Spinnen, Ameisen, Hundertfüßler, Raubmilben...) die sich von den Schädlingen ernähren, ausgerottet werden sie dadurch allerdings nicht.
Indoor ist eine Bekämpfung schwierig, daher sollte man immer versuchen, einen Befall zu verhindern oder möglichst klein zu halten, d.h. öfter mal alle offenen Pilzkulturen kontrollieren. Pflanzen von den Pilzen fernhalten.
Manchmal wird der Einsatz von Zimt, Koffein und Nikotin (Tabaksud) empfohlen, letzteres ist aber sehr bedenklich, da Nikotin ein starkes Gift ist (eine Zigarette pro 10 kg Körpergewicht gelten als toxisch) und die Entstehung von Krebs begünstigt. Schließlich wollen wir die Pilze ja essen...
Trauermücken sind wohl unsere häufigsten Wiedersacher. Sie sind nur wenige Millimeter groß und kommen in den meisten Wohnungen vor, da ihre Larven sich in Blumentöpfen sehr wohl fühlen. Letztere ernähren sich von verrottendem Pflanzenmaterial, Pilzmycel, Algen, Bakterien und feinen Wurzeln. Erwachsene Tiere nehmen nur noch Wasser zu sich. Die Weibchen werden größer als die Männchen und sind an ihrem dickeren Hinterleib erkennbar. Gleich nach dem Schlüpfen paaren sie sich. Später suchen die Weibchen einen guten, feuchten Platz für die Eiablage. Die Larven werden bis zu 5 mm lang, sind fast durchsichtig und haben einen schwarzen Kopf. Sie fressen Gänge durch das Pilzmycel, manche fressen sich tief in das Substrat, andere bleiben an der Oberfläche. Diese Gänge tarnen sie mit Mycelstücken und einem feinen Netz aus Fäden, die sie mit einer Spinndrüse am Kopf produzieren. Bei Gefahr ziehen sie sich in tiefergelegene Gänge zurück. Dort verpuppen sie sich auch. Nach etwa zwei bis vier Wochen schlüpfen die erwachsenen Tiere und alles beginnt von vorn.
Oft verfärbt sich das Mycel, wenn Larven daran fressen. Es wird bräunlich und sondert Flüssigkeit ab. Manchmal entdeckt man auch das Gespinst über den Gängen. Erwachsene Mücken sitzen oft unbeweglich auf dem Substrat. Sie krabbeln jedoch weg, wenn man mit Wasser sprüht, für Erschütterung oder Luftbewegung sorgt. Da sie weder schnell noch geschickt sind, kann man sie dann leicht fangen. Mit etwas Übung erwischt man sie auch im Flug. Wenige Larven an der Oberfläche lassen sich recht gut mit einem Zahnstocher entfernen.
Bei stark befallene Kulturen mit Deckerde lohnt sich evtl. der Einsatz von Nützlingen, nämlich Nematoden, sowie einem speziellen Bakterium, Bacillus Thurengiensis Israelis, auch BTI genannt. Gelbtafeln helfen zwar, den Befall zu erkennen, allerdings bleiben nicht alle Trauermücken darauf kleben.
Pilzfliegen sind die buckligen Doppelgänger der Trauermücken. Ihre Larven etwas bräunlicher und bohren sich gern in die Fruchtkörper. Wer Pilze im Wald sammelt, sollte sie kennen...
Fruchtfliegen / Stubenfliegen verirren sich manchmal im Sommer in unser Pilzsubstrat. Ihre Larven sind weiß, dicker und haben ein abgeflachtes Ende.
Käfer sind eher selten und meist Outdoor anzutreffen. Thripse bzw. Fransenflügler und Springschwänze sind 1 - 2 mm lang, sehr schmal und meist schwarz. Man kann die Kulturen unter Wasser setzen und die Tiere abschöpfen, einige bleiben aber meist im Substrat in einer Luftblase.
Milben sieht man nur als kleine helle Punkte, die über die Kulturen wuseln. Gern auf Shiitake, da kann man sie ab und zu mit Wasser abspülen und den Bestand klein halten. Sie besiedeln und kontaminieren sogar Petrischalen. Befallene Kulturen isolieren und alles gründlich reinigen. Evtl. kann man Raubmilben einsetzen.
- Milben in Petrischalen im Thread agaricus augustus
Kleine Würmer, wenige mm lang.
Nacktschnecken kommen nur Outdoor vor. Beliebte Gegenmaßnahmen sind Enten, Schneckenzäune und Bierfallen. Bei Schneckenkorn stellt sich wiederum die Frage, wie viel davon man selbst isst und ob man noch andere Tiere vergiften will, z.B. Igel, Vögel, etc. Übrigens: Weinbergschnecken sind die Freunde der Gärtner und Pilzzüchter, sie suchen und fressen die Eier von Nacktschnecken, rühren Pilze und Gemüse aber nicht an. Tigerschnegel sind sowohl Schädlinge, als auch Nützlinge, da sie gern andere Nacktschnecken fressen, aber auch Pilze mögen.
Kontaminationen
____Bakterien
______Pseudomonas
____Hefepilze
____Schimmelpilze
______Trichoderma Harzianum - Grünschimmel
______Rhizopus ??? - (Schwarzer Köpfchenschimmel)
______Aspergillus
________A. Flavus
________A. Niger
______Mycotoxine
____Schleimpilze
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